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Winnenden
in Sage und Geschichte (zf.)."Der Börner" soll neu aufgelegt werden! Das 1923 erstmals erschienene Buch "Winnenden in Sage und Geschichte" des Oberlehrers Gotthold Börner ist vielen älteren Winnendern noch in guter Erinnerung. Ernsthafte Historiker langen nur mit ganz spitzen Fingern nach diesem Buch, wenn überhaupt. Sie wissen, daß Börner im Titel des seinerzeit im Selbstverlag herausgebrachten Schmökers einen ganz wichtigen Buchstaben "vergessen" hat: das Plural-N beim Wort Geschichte. Logischerweise sprechen auch Marion Liebisch und Willi Halder von einem " zum Teil mehr von der Phantasie und dem überschwenglichen Patriotismus jener Zeit als von heimatkundlichen und objektiven Erkenntnissen geprägten Werk". Dessen ungeachtet bleibe es " bis heute ein Lesevergnügen für jeden". Davon war schon der Autor überzeugt, der im Vorwort schrieb: "Wir werden einst die Jungen atemlos lauschen, wenn ihnen nach Jahrzehnten Väter und Großväter erzahlen werden, wie das Leben des großen Krieges auf unsern Straßen und Plätzen sich abgespielt hat; wie zum erstenmal die Kriegstrommel auf dem Marktplatz erdröhnte und die Bürgerwehr zur Überwachung der Hohreuschstraße und der Eisenbahnbrücken ausrückte, vom den herzzereißenden Abschiedsszenen beim Bahnhof, von unsern Siegesfeiern beim Rathaus, aber auch von der bitteren Totenklage bei den Kriegsgräbern auf unserem Friedhof, von der Metallabliefrung bei der Schranne und dem Glockenabschied bei der Stadtkirche und endlich von den wehmütigen Durchmärschen der heimkehrenden Truppen von der Waiblinger Straße her." In einem Dutzend Kapiteln auf rund 600 Seiten erzählt Börner von der Geologie der Winnender Landschaft, berichtet von Mammutjägern und Germanen, spart Römer so wenig aus wie Alemannen, die Hunnen nicht und nicht die Heiligen. Aufwendische Kriegsgefangene folgen Denkmale mittelaterlicher Frömmigkeit. Württembergische Grafen- und Herzogszeit, Reformation, 30jähriger Krieg, Franzosenzeit - der Oberlehrer Börner hat nichts ausgelassen, was ihm der weiterergegebenden Erwähnung wert gewesen ist. Den Schluß des Buches bilden Zeugnisse aus den ihm nächstliegenden Jahren: " Aus Kriegstagebüchern von Landsleuten daheim und im Feld (1914-1918)". Ein Winnender Bürger, sagt Halder, sei auf ihn zugekommen mit dem Buch in der Hand: "Wir haben es dann mal durchkalkuliert und festgestellt: das wäre verlegerisch ein unheimlich hohes Risiko." Es wurde ein Konzept gefunden, bei dem die Herstellungskosten einen Ladenverkaufspreis zwischen 40 und 48Mark erlauben, gestaffelt nach Abnahme. Der Nachdruck soll auf wiederum rund 600 Seiten nicht nur den vollständigen Börner-Text enthalten, sondern auch sämtliche, zum größten Teil von dem in Winnenden bekannten Maler Karl Dobler gefertigten Illustrationen. Lediglich die Schrift wurde - ein Tribut an heutige Lesegewohnheiten - modernisiert. Zitat von Gotthold Börner vor nunmehr fast 80 Jahren: " Wenn einst die Alten den Jugen davon erzählen, dann werden ihnen die trauten Stätten der Heimat zu bewegten Schauplätzen geschichtlichen Lebens werden, und mit Wehmut und Lust, in Schauern und ehrfürchtigem Staunen werden sie lauschen auf das geschichtliche Leben, das ihnen da aus dem Heimatboden entgegenkommt." |
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